Prof. Dr. Dymitr Ibriszimow
Prof. Dr. Dymitr Ibriszimow (geboren in Bulgarien) studierte von 1975 bis 1981 Arabistik und Afrikanistik an der Jagiellonischen Universität in Krakau und schloss sein Studium mit einem Magister ab. 1987 promovierte er an der Universität Warschau in Afrikanistik.
Nach Stationen als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Orientalistik an der Jagiellonischen Universität in Krakau und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Afrikanische Sprachwissenschaften der J.W. Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie im SFB „Kulturentwicklung und Sprachgeschichte im Naturraum Westafrikanische Savanne“ und am Institut für Afrikanische Sprachwissenschaften wurde Prof. Ibriszimow im Oktober 1999 Inhaber des Lehrstuhls Afrikanistik II an der Universität Bayreuth. Ab 2002 war er Studiendekan und 2004-2005 Dekan der Sprach- und Literaturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth. 2006-2007 fungierte er als Stellvertretender Sprecher des SFB/FK 560 „Lokales Handeln in Afrika im Kontext globaler Einflüsse“. 2007-2008 übernahm Prof. Ibriszimow die Funktion als Geschäftsführender Direktor des Instituts für Afrikastudien (IAS) der Universität Bayreuth.
Von 2009 bis Oktober 2018 war Prof. Ibriszimow Sprecher der im Rahmen der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder geförderten Graduiertenschule GSC 144 Bayreuth International Graduate School of African Studies (BIGSAS). In seiner Funktion als Sprecher der Graduiertenschule mit 82 Junior Fellows aus 25 Ländern weltweit (davon 17 in Afrika) und 125 Alumni aus 31 Ländern (davon 22 in Afrika) hat er einen entscheidenen Beitrag zu deren Erfolg geleistet.
Bereits in der Antragsphase für die BIGSAS übernahm Prof. Ibriszimow zusammen mit Prof. Dieter Neubert die Verantwortung für die Afrikaforschung in Bayreuth. Ziel der Antragsskizze war es, die Promotionsbedingungen für NachwuchswissenschaftlerInnen zu verbessern und gleichzeitig die Promotionszeiten zu verkürzen. Prof. Ibriszimow setzte sich stark für die strukturierte Promotion im Rahmen einer Graduiertenschule ein, die an der Universität Bayreuth nicht unumstritten war. Entgegen der Bedenken (Verschulung der Promotion, Qualitätsverlust, zu starres Förderformat) führte die Einrichtung der BIGSAS zu einer erheblichen Verbesserung der Ausbildung von NachwuchswissenschaftlerInnen in der Afrikaforschung Bayreuths.
Nach Einreichen des 80-seitigen Antrags mit einem Volumen von ca. 1 Mio. Euro pro Jahr wurde die Graduiertenschule am 1. November 2007 mit den beiden SprecherInnen Prof. Ute Fendler und Prof. Kurt Beck an ihrer Spitze genehmigt.
An der erfolgreichen Entwicklung der BIGSAS wirkte Prof. Ibriszimow maßgeblich mit, vom ersten Auswahlverfahren über den Aufbau eines professionellen administrativen Teams bis hin zur Organisation von wissenschaftlichen Veranstaltungen und einzigartigen Formaten für die Öffentlichkeitsarbeit. Auch der Erfolg des Verlängerungsantrags der BIGSAS im Juni 2012, der ebenfalls von Prof. Ibriszimow koordiniert wurde, ist seinem außergewöhnlichen Engagement zugunsten der Graduiertenschule zu verdanken. Und das jüngst in der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder erfolgreiche Cluster ‚Africa Multiple‘ ist ohne die BIGSAS nicht denkbar, nicht zuletzt auch dank ihres herausragenden Rufes in der DFG.
Als Sprecher der BIGSAS hat Prof. Ibriszimow über die Jahre eine Promovierendenkultur und eine Riege herausragender WissenschaftlerInnen entstehen lassen, die – wie es sich beim Alumnitreffen in Addis Ababa im Oktober/November 2018 gezeigt hat – ein Think Tank für Afrika sein kann. Er hat die unterschiedlichsten Projekte der NachwuchswissenschaftlerInnen und ihre Präsenz in der Öffentlichkeit stets unterstützt, darunter das BIGSAS-Literaturfestival, Cinema Africa, BIGSAS-Denkatelier, die BIGSAS@school und den BIGSAS Journalistenpreis.
Prof. Ibriszimow hat die strategischen Partnerschaften mit den Partneruniversitäten unermüdlich gepflegt und daraus Projekte initiiert, die weit über die BIGSAS hinausgehen, z.B. das EU-Projekt AMAS, ein Mobilitätsprojekt für internationalen Austausch zwischen Universitäten in Afrika. Durch die internationale Vernetzung der BIGSAS konnte ein wichtiger Beitrag zur erfolgreichen Internationalisierungsstrategie der Universität Bayreuth geleistet werden. Auch seine wertvollen Verbindungen in die Politik hat Prof. Ibriszimow strategisch eingesetzt, um die internationale Sichtbarkeit der Bayreuther Afrikaforschung zu erhöhen (Besuche der verschiedenen MinisterInnen in Bayreuth, Austausch mit ReferentInnen, Beratung der Politik in Sachen Afrika, Vernetzung und Institutionalisierung der Afrika-Forschung über BIGSAS hinaus durch Gründung von BRIAS, etc.).
Als Sprecher der BIGSAS hat Prof. Ibriszimow die Promovierenden stets aufgefordert, im geschützten Raum der BIGSAS frei, quer und Neues zu denken und ihre Positionen selbstbewusst zu vertreten. Die aus der BIGSAS heraus entstandenen Ideen im Bereich der ‚Dritten Mission‘ hat Prof. Ibriszimow schon unterstützt, als es den entsprechenden Begriff noch nicht einmal gab. Die BIGSAS wurde und wird mit seinem Namen verbunden. Unter seiner Leitung ist sie zum Modell und zur Vorzeige-Graduiertenschule in Deutschland geworden. Nach 12 Jahren Tätigkeit in der BIGSAS trat Prof. Ibriszimow am 11. Oktober 2018 von seiner Funktion als Sprecher (Dean) der BIGSAS mit sofortiger Wirkung zurück.