Druckansicht der Internetadresse:

Gesamtuniversitäre Preise

Seite drucken

Dr. Felix Ruppert

Dr. Felix Ruppert

Würdigung der Leistung

Dr. Felix Ruppert erhält den Preis der Stadt Bayreuth für seine mit summa cum laude ausgezeichnete Promotion zum Thema „Die Sozialadäquanz im Strafrecht. Rechtsfigur oder Mythos“.

Die Problemthematik der Sozialadäquanz im deutschen Strafrecht wird seit über 80 Jahren diskutiert, ohne dass dabei überzeugende Lösungswege gefunden wurden. Die Frage der Sozialadäquanz wirkt sich in solchen Fällen aus, in denen die äußerlichen Merkmale eines Straftatbestandes erfüllt sind, die Tat gemäß der vorherrschenden, gesellschaftlichen Wahrnehmung aber nicht als unrechtes Verhalten empfunden wird.

Die Gesetzestexte entsprechend anzupassen, um den gefühlt „zu weiten“ Anwendungsbereich zu beschränken, scheidet als Lösung aus, denn die deutschen Gesetze sollen möglichst allgemein formuliert sein, um keine Strafbarkeitslücken zu öffnen und der Verschiedenheit des täglichen Lebens Rechnung zu tragen. Stattdessen muss die Deutungshoheit in diesen Fällen den Gerichten obliegen. Hierbei soll das Kriterium der Sozialadäquanz behilflich sein. Ein Instrument, dessen Voraussetzungen und Kriterien bisher allerdings nicht überzeugend begründet und abgeleitet werden konnten.

In seiner Promotion hat Dr. Felix Ruppert eine innovative, ebenso plausible wie praktikable Lösung zur Begründung der Sozialadäquanz entwickelt. Dr. Rupperts an den allgemeinen Strafzwecken orientierte, „metateleologische Tatbestandsreduktion“ stellt die Sozialadäquanz auf eine dogmatische Grundlage, ohne den Strafverfolgungsorganen eine voreilige Nutzung dieses Instrumentes zu ermöglichen. Der von Dr. Ruppert vorgeschlagene Ansatz erweist sich zudem als wissenschaftlich fruchtbar und erkenntnisfördernd für die Beantwortung weiterer Einzelfragen, etwa zur Relativität oder auch zur Subjektivität der Sozialadäquanz.

Die Veröffentlichung in einer renommierten strafrechtlichen Schriftenreihe, in der auch viele Habilitationsschriften erschienen sind, belegt die wissenschaftliche Bedeutung dieser Promotion. Es ist zu erwarten, dass die Ausführungen von Dr. Felix Ruppert die Kontroverse um Anerkennung und Ausgestaltung der Sozialadäquanz entscheidend bereichern und prägen werden.

Wichtigste Stationen des Lebenslaufes

Felix Ruppert wurde 1990 in Naila in Oberfranken geboren. Sein Studium der Rechtswissenschaft mit wirtschaftswissenschaftlicher Zusatzausbildung absolvierte er an der Universität Bayreuth. Während seines Studiums war er als Tutor für Straf- und Zivilrecht tätig. Seit 2015 ist Felix Ruppert wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Medizinstrafrecht (Professor Brian Valerius). Seine Dissertation zum Thema „Die Sozialadäquanz im Strafrecht. Rechtsfigur oder Mythos?“ wurde mit summa cum laude ausgezeichnet. Seit 2018 ist Felix Ruppert Rechtsreferendar im Oberlandesgerichtsbezirk Bamberg.


Verantwortlich für die Redaktion: Onlineredaktion

Facebook Twitter Youtube-Kanal Instagram LinkedIn UBT-A Kontakt